Ob Windräder wirtschaftlich betrieben werden können, sollte gerade für die Gemeinden eine herausragende Frage sein, da die Antwort
sowohl mit Chancen als auch mit erhebliche Risiken verbunden ist. Leider, so hat man den Eindruck, wird aber die Fragestellung durch die Verantwortlichen häufig nicht betrachtet, da das schnelle
Geld durch angeblich hohe und garantierte Pachtzahlungen winkt.
Diese Fahrlässigkeit führt zu einem immensen wirtschaftlichen Schaden für die Gemeinden, für die letztendlich alle Bürgerinnen und
Bürger aufkommen müssen.
Auf dieser Seite finden Sie eine Zusammenstellung von diversen Informationen zur Wirtschaftlichkeit.
| Egal welche Perspektive - Windkraft bringt keinen Nutzen |
Nachfolgend wird über die Physik, die Statistik, die Geographie und die Betriebs-wirtschaft abgeleitet, dass Windkraft
insbesondere in unserer Region keinen Nutzen bringt.
Damit eine Windkraftanlage Strom erzeugen kann benötigt sie Wind. Wichtig ist, dass die Windgeschwindigkeit in der dritten Potenz in die Berechnung der elektrischen Leistung eingeht.
Dies bedeutet, dass sich bei einer Verdopplung der Geschwindigkeit die elektrische Leistung verachtfacht (2³= 2*2*2 = 8)!
Die blaue Linie in der folgenden Grafik verdeutlicht dieses Verhalten: Bei einer Windgeschwindigkeit v1 wird eine Leistung P1 erzielt; bei einer Verdopplung der Windgeschwindigkeit 2*v1ergibt sich dann eine Leistung von 8*P1
Diesen Zusammenhang zwischen Windgeschwindigkeit und Leistung für eine Windkraftanlage nennt man Leistungskurve. Diese ist für jeden Typ unter-schiedlich.
Die dargestellten Windstärken entsprechen der Windstärke gem. Windatlas Rheinland-Pfalz.
Fazit:
Die Windenergie deckt nur einen minimalen Anteil unseres Energiebedarfs. Trotz des starken Zubaus der WKA´s vergrößert sich der Abstand zwischen der installierten Nennleistung und der max. produzierten Nennleistung deutlich. Da Strom unmittelbar verbraucht werden muss, musste z.B. in 2019 Strom in einer Leistungshöhe von 5 Atomkraftwerken ins Ausland exportiert werden. Aus heutiger Sicht ist jedes neue Windrad volkswirtschaftlich sinnlos. Der Gedanke der ökologischen Energiewende ist längst aufgegeben! Heute geht es nur noch um Profit!
Bemerkenswert ist an dieser Stelle, dass Deutschland seit der Abschaltung der Atomkraftwerke im April 2023 zum Nettostromimporteuer geworden ist.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. bestätigt selbst: In Rheinland-Pfalz beliefen sich die durchschnittlichen Jahresvolllaststunden z.B. für 2018 auf lediglich 1.722 h/a . Dies entspricht einer Auslastungsquote von nur
19,6 %. Die Auslastungsquoten haben sich seit 2018 kaum verändert. Mit den geringen Quoten wird nur ein Bruchteil der
tatsächlich installierten Nennleistung ausgeschöpft!
Zur Erläuterung des Begriffs Volllaststunden:
Die erzeugte Energie entspricht derjenigen, die die Windkraftanlage erzeugen würde, wenn sie für diese Anzahl von Stunden mit der
maximalen Leistung produzieren würde und in der übrigen Zeit gar nicht. In Wirklichkeit wird die Anlage häufig mit erheblich reduzierter Leistung arbeiten, dafür aber über viel mehr
Stunden.

Betriebswirtschaftliche Verluste müssen zwingend entstehen
Inwieweit eine Windkraftanlage wirtschaftlich, d.h. mit Gewinn bzw. Verlust arbeitet, lässt sich sehr gut nachvollziehen. Hierbei wird schnell klar, dass mit den Anlagen in Rheinland-Pfalz grundsätzlich kein Gewinn erzielt werden kann.
Wie funktioniert das EEG (2023)?
Das EEG ist die zentrale Grundlage dafür, dass Windkraftprojekte in Deutschland überhaupt (wirtschaftlich) betrieben werden können, weil es die Vergütung für eingespeisten Windstrom regelt und so
Investitionssicherheit schaffen soll.
Es garantiert Windstrom den vorrangigen Anschluss und die vorrangige Einspeisung ins Stromnetz und treibt über feste Ausbauziele den weiteren Ausbau der Windenergie politisch und planerisch
voran.
Änderungen im EEG – etwa bei Ausschreibungen, Höchstwerten oder Förderdauer – haben daher direkten Einfluss auf die Rentabilität von Windparks und damit auf das Tempo des Ausbaus.
Negative Börsenstrompreise gefährden die Geschäftsmodelle
Mit jeder neuen Windenergieanlage erhöht sich der Druck auf den Börsenstrompreis. 2025 wurden alleine an 575 h negative Börsenstrompreise erzielt. Die negativen Strompreise stellen den Energiemarkt vor große Herausforderungen – u.a. weil Investitionen ausbleiben. Das Problem wird sich mit dem Ausbau der erneuerbaren Energie weiter verschärfen.
Für die Stromerzeuger bzw. Einspeiser ist diese Entwicklung finanziell kritisch. Nach § 51 EEG existiert mit der 3-Stunden-Regel eine Regelung zur Förderreduzierung bei negativen Strompreisen. Demnach verringert sich gemäß § 51 Absatz 1 EEG der anzulegende Wert auf null, wenn der Spotmarktpreis negativ ist (negative Strompreise). Tritt dieser Fall ein, erhalten betroffene Stromeinspeiser rückwirkend ab der ersten Stunde mit negativen Strompreisen keine Marktprämie mehr. Damit bricht eine wesentliche Umsatzquelle für die Betreiber weg!
Wie sieht eine indikative Ergebniserwartung für unsere Region aus?
Die veröffentlichten Jahresabschlüsse diverser Windparks im Hunsrück bestätigen die betriebswirtschaftlichen Risiken bereits
auf Basis des alten EEG
Auch die Zahlen von ABO INVEST AG (ABO Wind Gruppe) , d.h. der Vorgängergesellschaft der ABO Energy AG bestätigen die Beispielrechnung und die Realisierung von Verlusten
Ein ähnliches Bild vermittelt der Wiesbadener ABO INVEST Konzern, der zur ABO Wind Gruppe zählt und die Vorgängergesellschaft der wirtschaftlich angeschlagenen ABO Energy AG ist und sich gerne auch als „Bürgerwindaktie“ bezeichnete. Dieser Konzern zeigt - wie auch die ABO Energy AG - bilanziell eine extrem hohe Fremdkapitalquote (2019: 423 %) und hohe Konzernverluste (2019: - 25,4 Mio. Euro). Unternehmensgegenstand ist u.a. das Halten von Beteiligungen an Windparkgesellschaften, die zuvor von der ABO Wind AG projektiert wurden. Insofern lässt sich hier das oben dargestellte Ergebnis zur Wirtschaftlichkeitsbetrachtung gut nachvollziehen. Innerhalb von Deutschland werden diverse Windparks durch den Konzern betrieben, die über folgende (schlechten) Kennzahlen verfügen:
Fazit:
Ertragsaussichten für Investoren nach Standorten gemäß Betreiber-Datenbasis (BDB) bestätigt die Wahrscheinlichkeit von Verlusten in
Rheinland-Pfalz
Die Betreiber-Datenbasis sammelt, aktualisiert und veröffentlicht seit 1988 die Betriebsdaten von deutschen Windenergieanlagen. Die Datenbank der BDB
enthält Daten von ca. 22.000 Windanlagen. Die Flächenverteilung sowie die unten angefügte Volllastkurve bestätigen anschaulich die fehlende Ertragsperspektive.
Fazit:
| Was Gemeinderäte noch bedenken müssen |
Die oben dargestellten Zahlen und Argumente sollten bereits eine eindeutige Sprache sprechen. Aus Gemeindesicht sind darüber hinaus aber noch folgende wirtschaftlichen Faktoren in die Überlegungen mit einzubeziehen:
| Fazit: Um Schaden vom Steuerzahler und von der Umwelt abzuhalten, müssen sich die Verantwortlichen in den Gemeinden kritisch mit dem Thema Windkraft auseinandersetzen und hierbei neutrale Gutachten zur Wirtschaftlichkeit einfordern. Dies gilt umso mehr, als Beamte, Bürgermeister und Gemeinderäte keine Unternehmer sind. Es muss von Ihnen berücksichtigt werden, dass die vorgelegten Prognosen von den Betreibern selbst stammen und nicht objektiv begründet sind. Sämtliche Statistiken und von wenigen Betreibern veröffentlichte Zahlen sprechen derzeit dafür, dass unsere Region kein Windkraftstandort ist, an dem die Anlagen wirtschaftlich betrieben werden können. Die Betreiber selbst gehen kein wirtschaftliches Risiko ein, da dies zunächst bei der Betreibergesellschaft (i.d.R. GmbH & Co. KG) anfällt und letztendlich auf den Grundstückseigentümer abgewälzt wird. |
